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Löschzug Büren historisch

Historisches zum Löschzug

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Büren von 1897 bis 1972 beschrieb Karl-Heinz Lücke in der Festschrift zum 75-jährigen Bestehen des Löschzuges 1972 wie folgt:

Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts fanden auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Melies erste Vorbesprechungen statt, mit dem Ziel, nun endlich auch in Büren eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen.

So konnte man am 26. Februar 1897 in einer Gründungsversammlung, zu der etwa 50 Männer erschienen waren, die Freiwillige Feuerwehr Büren aus der Taufe heben.

Die vorbereiteten Statuten wurden verlesen und genehmigt. Der 1. Vorstand setzte sich laut Protokoll wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender bzw. Kommandeur: Bürgermeister Melies
Stellvertreter: Fritz Laufkötter

Steigerabteilung
Obersteiger: Johannes Runte
Stellvertreter: Wilhelm Flott

Spritzenabteilung:
Führer: Wilhelm Adams
Stellvertreter: Anton Fuest

Hydrantenabteilung
Führer: Johannes Steinkemper
Stellvertreter: Joseph Flören

Ordnungsabteilung
Führer: Josef Mische jun.
Stellvertreter: Fritz Schmale
Gerätewart: Heinrich Schäfer
Stellvertreter: Caspar Weber
Schrift- und Kassenführer: Wilhelm Althaus

Die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Büren schlossen sich also zusammen, um freiwillig selbstlosen Dienst zum Wohl der Allgemeinheit zu verrichten. Die eigentliche Aufgabe der Freiwilligen Feuerwehr beschränkte sich hauptsächlich auf den Einsatz bei Brandkatastrophen, den bedrohlichsten und häufigsten Notständen, die die Bevölkerung damals trafen. Bei ausbrechenden Bränden wollten die Männer rasche und energische Hilfe leisten. Sie waren Tag und Nacht bereit, wertvollen Besitz in Stadt und Land zu schützen, vor der Vernichtung durch Feuer zu bewahren und die bedrohten Menschen aus Not und Gefahr zu befreien.

Jedoch sahen sich die tatkräftigen Männer, die sich damals bereits bei einigen Bränden hatten bewähren können, mancherlei Schwierigkeiten gegenüber. So mangelte es noch an vielem, sei es an Ausrüstungsgegenständen, Geräten, entsprechender Dienstkleidung, organisatorischem Aufbau und anderen Notwendigen Dingen. Ganz offensichtlich herrschte aber eine strenge Disziplin. Einige Male ist im Protokollbuch vermerkt, daß ein Mitglied der Wehr wegen „unehrenhaften Betragens“ oder wegen „ungebührlichen Benehmens“ mit einer Ordnungsstrafe versehen, bzw. aus den Reihen der Feuerwehr ausgeschlossen wurde. So wurde z. B. ein Mitglied wegen eigenmächtigen Entfernens von der Brandstelle laut Vorstandsbeschluß mit 1 Mark Strafe belegt.

Im Jahre 1898 wurden auf Vorschlag des Herrn Regierungspräsidenten die Statuten abgeändert. Durch diese Änderung erhielt die Freiwillige Feuerwehr den Charakter einer Schutzwehr im Sinne des Gesetzes.

Kurz darauf wurde die Feuerwehr Büren Mitglied des Westfälischen Feuerwehr-Verbandes.

Der Vorstand war in dieser Zeit sehr aktiv. Er wurde bei der Bürener Stadtvertretung vorstellig. Für die Abhaltung der übungen und gleichzeitig zur Trockenstellung der gebrauchten Schläuche sollte ein Feuerwehrturm errichtet werden. Für die Gaslaternen der Führer und Heizer mußten neue Lichter beschafft werden, gleichzeitig wurde die Beschaffung von Feuerwehreimern, Handspritzen, Absperrleinen, Schüppen, Äxten, Hacken sowie Laternen an jeden Schlauchwagen und an die Handspritze für nötig befunden.

Der Ausbau der Wehr ging verhältnismäßig gut und schnell vonstatten. Es fanden übungen der einzelnen Abteilungen und auch Gesamtübungen der Wehr statt.

Der Einsatz bei den einzelnen Bränden wurde in anschließenden Versammlungen besprochen, gerügt und kritisiert. Es wurden Erfahrungen ausgetauscht und Besserunsvorschläge unterbreitet. Immer wieder wurde hervorgehoben, daß intensive übungen nötig seien. Die Einwohner Bürens sollten neben den Horn-Signalen durch Anziehen der Glocke in der Sakramentskapelle sowie der großen Glocke der Pfarrkirche auf einen ausgebrochenen Brand aufmerksam gemacht werden.

Am 1. März 1900 wurde der aus Holz erbaute Feuerwehrübungsturm am Schützenplatz von Seiten der Stadt Büren übergeben.

In diesem Monat wechselte die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Büren. Die Generalversammlung, die von 47 Mitgliedern besucht wurde, wählte Josef Mische jun. zum 1. Vorsitzenden und Kommandeur, sein Stellvertreter wurde Johannes Steinkemper. Bürgermeister Melies, Gründer und 1. Vorsitzender der Wehr wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Neben aktiven wurden stets auch passive Mitglieder, die einen Jahresbeitrag von 3 Mark zu zahlen hatten, aufgenommen. Erwähnenswert ist, daß im Jahre 1906 neue Uniformen im Werte von 711 Mark angeschafft wurden. Als im gleichen Jahre Kommandeur Josef Mische seinen Posten niederlegte, blieb das Amt des 1. Vorsitzenden zunächst unbesetzt.

Stellvertretender Vorsitzender und Kommandeur wurde Josef Kaup, der im Jahre 1907 zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Zum Stellvertreter wählte man Wilhelm Flott, der 1913 von Josef Diederichs abgelöst wurde. 1907 rief die Amtsverwaltung Büren die Freiwillige Feuerwehr Büren zum Großeinsatz in die Gemeinde Harth, wo fünf Häuser in Flammen standen und einige andere Häuser vom Feuer arg bedroht waren.

Der Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 ließ die ersten Wehrmänner ins Feld rücken. Auch hier bewährte sich wieder der Geist treuer und froher Kameradschaft. Der finanzielle Überschuß des Kreisfeuerwehr-Verbandsfestes, das am 21. Juni 1914 in Büren gefeiert wurde, wurde den zur „Fahne“ einberufenen 16 Kameraden der Wehr zur Verfügung gestellt. 16 Kistchen mit guten Zigarren wurden den Kameraden aus der Heimat zur ersten Kriegsweihnacht ins Feld geschickt. Der Krieg forderte seine Opfer. Die ersten Gefallenen waren zu beklagen.

Immer mehr Kameraden wurden zum Kriegsdienst eingezogen, so daß mehr als die Hälfte aller Feuerwehrmitglieder im Felde war. Weitere Sendungen zu Weihnachten und Briefgrüße hielten die Kameradschaft aufrecht. Das vereinsinterne Leben der Bürener Wehr war ruhig geworden.

Aber unmittelbar nach Beendigung des 1. Weltkrieges fand man sich wieder in der früheren Gewohnheit zusammen.

Infolge des Krieges war das Schlauchmaterial vollständig defekt geworden, es mußten mindestens 100 Meter neue Schläuche angeschafft werden. Da die Stadt Büren die Kosten kaum tragen konnte, durften Schläuche und sonstige Ausrüstungsgegenstände nicht mehr ausgeliehen werden.

Natürlich pflegte man neben den harten und schwierigen Einsätzen auch die Geselligkeit im Vereinsleben. Die Kameradschaft wurde durch Versammlungen und Tanzkränzchen gefestigt. Zusammenkünfte und Feiern fanden im Vereinslokal, Gasthof Goedde-Menke, statt.

Einige Mitglieder besuchten Führer- und Ausbildungskurse in Unna, Bielefeld und Paderborn.Als dann auch in der nächsten Nachbarschaft die ersten Freiwilligen Feuerwehren entstanden, arbeitete man auf den Zusammenschluß dieser Wehren zu einem Kreisfeuerwehr-Verband hin, der sowohl in organisatorischer Hinsicht wie auch in Fällen der Gefahr engstens zusammenwirken sollte.

Die Gründung des Kreisfeuerwehr-Verbandes Büren erfolgte im Jahre 1912.

Zum 15 jährigen Stiftungsfeste der Bürener Wehr ließ man eine Fahne anfertigen, die nach dem damaligen Geldwert die beachtliche Summe von 350 Mark kostete. Die Fahne ist heute noch im Besitz der Feuerwehr und wird bei allen feierlichen und ernsten Anlässen mitgeführt.

Das 25 jährige Stiftungsfest beging man am Sonntag, 28. Mai 1922 als Familienfest im Vereinslokal Gödde-Menke. In dieser Zeit wurde auch die Musikkapelle der Bürener Feuerwehr gegründet. Heinrich Broer, bekannt unter dem Namen „Broers Onkel“, seit 1919 stellvertretender Kommandeur, übernahm 1923 die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr. Bernhard Röring war sein Stellvertreter. Josef Kaup hatte den Vorsitz nach 17 jähriger Amtszeit niedergelegt.

Nach Überwindung der schweren Nachkriegsjahre setzte man alle Kräfte ein, um nun auch den technischen Aufbau der Wehr zu forcieren. Die Feuerwehr war bemüht, mit Unterstützung der Stadt, die technische Ausrüstung ständig zu ergänzen, damit der Schutz der Bevölkerung ständig gewährleistet sei. Das bedingte auch eine Aktivierung des Übungswesens und der Ausbildung, denen sich die Männer der Wehr gern unterzogen. Sie wollten in ihrer Einsatzbereitschaft und Schlagkraft noch wendiger und schneller werden.

So konnte im Jahre 1925 zum ersten Male die Motorspritze der Fabrikwehr des Zementwerkes „Gloria“ bei einer Abendübung vorgeführt und in Betrieb genommen werden. Eine mechanische Leiter, 14 m Steighöhe, wurde angeschafft, Feuerlöschgeräte wurden erprobt. Mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Notlage wurde im Jahre 1931 der obligatorische Familienabend nicht gefeiert.

Mit der Machtübernahme Hitlers mußten sich zwangsläufig auch Formen und Geist der Freiwilligen Feuerwehren wandeln. Im Jahre 1933 wurde ein Gesetz über das Feuerlöschwesen erlassen.

Die Dienstvorschriften und die Durchführungsgesetze stellten das gesamte Feuerlöschwesen auf eine einheitliche, gesetzliche Grundlage. Durch die Neuorganisierung der Feuerwehr, die damit eine wichtige amtliche und polizeiliche Institution wurde, traten z. B. an Stelle der früheren Versammlungen „Kameradschaftsabende“, der Vorstand wandelte sich zum „Führerrat“. Alle Feuerwehrmänner, die das 60. Lebensjahr überschritten hatten, durften der Wehr nicht mehr als aktive Mitglieder angehören.

Wegen Erreichung der Altersgrenze mußte im April 1935 unter anderen auch Wehr- und Kreisfeuerwehrführer Heinrich Broer nach 12 jähriger Amtszeit aus dem aktiven Dienst ausscheiden. Als Anerkennung für hervorragende Leistungen und Verdienste im Feuerlöschwesen der Provinz Westfalen wurde ihm das Ehrenzeichen des Provinzialfeuerwehr-Verbandes überreicht.

Die Kameraden der Bürener Wehr beriefen ihren ehemaligen Kommandeur einstimmig zum Ehrenhauptbrandmeister. Während der Amtszeit von „Onkel Broer“ herrschte bei der Feuerwehr der Geist einer guten Kameradschaft und steten Hilfsbereitschaft für den Nächsten sowie eine mustergültige Disziplin. Zum Nachfolger wählte man Wilhelm Adams als Hauptbrandmeister und Wehrführer.

Laut Protokoll wurde die Bürener Wehr in einen Löschzug und in zwei Halblöschzüge neu gegliedert.

Zur gleichen Zeit wurde die Wehr mit Stahlhelmen und Ledergurten ausgerüstet.

Unter Leitung von Brandmeister Johannes Frische wurden Übungen aller Art für Feuerwehrkameraden und Feuerwehranwärter abgehalten und das Können öffentlich unter Beweis gestellt. So konnten auch 14 Feuerwehranwärter nach Ablegung eines Treuegelöbnisses in die Reihen der Freiwilligen Feuerwehr eingegliedert werden.

Den Auftakt zum 40 jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Büren bildete eine Alarmübung, dann traf man sich im Vereinslokal, hielt Rückblick und feierte diesen Tag gebührend. Im Jahre 1937 fand eine großangelegte Luftschutzübung statt. Angenommene Lage: „Feindlicher Fliegerangriff und Bombenabwurf im Lustgarten und am Weinberg“.

Aus den Jahresberichten 1938 und 1939 ist zu entnehmen, daß bei einem Mitgliederbestand von etwa 70 Wehrmännern, jährlich 45 Dienst- und Schulungsabende stattfanden. Im Jahre 1939 brach der 2. große Weltkrieg aus. Wieder mußte eine große Zahl der aktiven Feuerwehrmänner zu den Waffen eilen. In echter Kameradschaft und Verbundenheit wurden den zum Kriegsdienst eingezogenen Kameraden Päckchen und Briefe geschickt. Im Dezember 1940 waren es 40 Kameraden, die ein Weihnachtspäckchen erhielten. Weil immer mehr Kameraden zum Kriegsdienst gerufen wurden, wurde zur Unterstützung der Feuerwehr It. Verfügung eine „H. J.-Feuerwehrschar“ aufgestellt. Zunächst wurden 18 „Hitler-Jungen“ verpflichtet. Um die Sollstärke der Feuerwehr Büren zu erhalten und auch jetzt im Kriege einsatzfähig zu bleiben, wurden Zivilpersonen verpflichtet und ausgebildet. Auf „Befehl“ mußte wöchentlich geübt und exerziert werden.

Bis 1942 war Wilhelm Adams Wehrführer. Da er gleichzeitig stellvertretender Kreiswehrführer war, gab er wegen Arbeitsüberlastung den Posten des Wehrführers in Büren ab. Sein Nachfolger wurde Brandmeister Johannes Frische, der sich mit großer Liebe und Begeisterung seiner Aufgabe widmete.

Bald überzog der Luftkrieg mit seinen immer schärfer werdenden Formen das flache Land. Nach einem Fliegerangriff im August 1942 auf Paderborn wurde die Katastropheneinsatzgruppe nach Paderborn beordert und war dort 4 Stunden im Einsatz.

Da die Schlagkraft der Wehr mit den überall einsetzenden und ständig wachsenden feindlichen Luftangriffen und mit der fortschreitenden Heftigkeit des Krieges Schritt halten mußte, wurde der Bürener Wehr am 23. 5. 1943 ein neues Löschfahrzeug LF 8/8 übergeben. Dazu kam am 14. 9. 1943 ein Löschfahrzeug LF 15, das aus der Muna in Ringelstein stammte. Wöchentlich wurden jetzt 2 übungen angesetzt und zwar am Sonntagvormittag und am Mittwochabend. Dazu kam der theoretische Unterricht wie Ausbildung nach der AVF, Gas- und Rauchschutz. Der Feuerwehr wurde ein Entgiftungszug angegliedert. Aufgabe des E-Zuges war, bei evtl. Giftgasabwürfen durch den Feind, den beworfenen Landstrich zu entgiften. Im Juni 1943 wurde in Büren ein Sonderzug durch feindliche Fliegerangriffe unter Bordwaffenbeschuß genommen. Die Wehr war danach 6 Stunden im Einsatz.

Am 19. April 1944 wurden 2 Bombenteppiche auf Büren geworfen; einer ins Almetal, wodurch 4 Häuser total zerstört wurden, während der andere Bombenteppich in die Nähe des Krankenhauses fiel. Mehrere Tote waren zu beklagen. Das Gehöft des Bauern Bernhard Münster wurde durch eine Bombe getroffen und fing Feuer. Die Feuerwehr war mit allen verfügbaren Mitteln im Einsatz. Das Wasser mußte aus der Afte gepumpt werden, weil die Wasserleitung durch die Bomben zerstört war. In den nächsten Tagen mußten in mehreren Einsätzen Bombenschäden beseitigt werden.

Es gab nun des öfteren Fliegeralarm, die Luftangriffe nahmen zu. Eine Gruppe der Feuerwehr Büren mußte nun jede Nacht in Alarmbereitschaft liegen. Ihr Quartier war in der Rektoratschule, dem heutigen Bürgermeisteramt.

Im Juli 1944 wurde auf staatlichen Befehl die Feuerwehr durch einen Damenzug erweitert. 22 Mädel aus Büren wurden dazu dienstverpflichtet. Außer einigen übungen brauchten Sie nicht in Aktion zu treten. Am 8. August 1944 starb plötzlich infolge eines Unfalles der Wehrführer Johannes Frische. Die Führung der Wehr wurde wieder Wilhelm Adams übertragen.

Im letzten Kriegsjahr standen die Wehrmänner Tag und Nacht in Alarmbereitschaft. Hart und schwer waren die überörtlichen Großeinsätze in Dortmund, Bielefeld, Soest, Paderborn und Lipperode. Hier zeigte es sich, daß den Feuerwehren in steter Einsatzbereitschaft auch in den Gefahren und Auswirkungen des schrecklichen Luftkrieges Aufgaben erwuchsen, denen sie mit aller Kraft und allem Opfermut Herr zu werden versuchten.

An dem Tage, an dem der Hitlerkrieg für Büren zu Ende ging, also am Karsamstag 1945, wurde die Feuerwehr alarmiert, um Polizeidienst zu tun. Der Keller der Jesuitenkirche, in dem seit einigen Tagen Tausende Flaschen Alkoholitäten gelagert wurden, wurde von Ausländern und Heimischen geplündert. Die Feuerwehr versuchte Ruhe und Ordnung wieder herzustellen, was jedoch kaum gelang. Mittlerweile rückten amerikanische Truppen in die Stadt ein. Der schreckliche Weltkrieg war zu Ende, viele Kameraden hatten draußen auf den Schlachtfeldern der Welt ihr Leben für das Deutsche Vaterland gelassen oder wurden vermißt gemeldet. Die überlebenden Feuerwehrkameraden kehrten allmählich aus der Gefangenschaft zurück.

Nach den Kriegswirrnissen und dem allgemeinen Durcheinander fehlte bei den Wehrleuten das eigentliche Interesse, man war müde, obwohl die Alliierten Besatzungsmächte Wert darauf legten, daß die Feuerwehr einsatzbereit arbeitete. Nachdem das Jahr 1946 ohne besondere Ereignisse verlaufen war, brachte der heiße und trockene Sommer 1947 große Einsätze für die Bürener Wehr. Besonders erwähnt seien hier der Heidebrand in der Bühlheimer Heide und die zahlreichen Waldbrände im Munagelände von Ringelstein, auch in den folgenden Jahren.

Am 8. September 1947 wurde das 50 jährige Bestehen der Bürener Wehr festlich begangen. Von der englischen Militärregierung musste die Erlaubnis für den Festmarsch, den ersten in Büren seit Kriegsende, eingeholt werden. In der Festversammlung gedachte man zunächst der Opfer des Krieges. Nach den üblichen Reden erhielten 8 Mitglieder eine Ehrenurkunde für 50 jährige treue Mitgliedschaft, darüber hinaus wurden 24 Mitglieder, die der Wehr 25 Jahre und mehr angehörten, geehrt. Im Sommer 1948 konnten 22 Bürener Jungmänner in die Wehr aufgenommen werden.

Mit großem Verständnis, das die Feuerwehr bei Rat und Verwaltung der Stadt fand, konnte der Aufbau und die technische Ausrüstung der Wehr Zug um Zug erfolgen, so daß die Bürener Wehr verhältnismäßig schnell wieder allen kritischen Situationen, bei der ihr Einsatz erforderlich wurde, gewachsen war. Das wurde vor allem in den Schnelligkeitsübungen und durch die ausgetragenen Wettbewerbe zwischen den einzelnen Wehren im Amt, Kreis und Regierungsbezirk deutlich und wirkungsvoll demonstriert.

Die auf diesem Weg geknüpften Bekanntschaften wurden in den fünfziger Jahren bei Amts- und Kreisfeuerwehrfesten weiter gefestigt. In den Nachkriegsjahren mußte sich die Wehr bei vielen Einsätzen, insbesondere bei Bränden innerhalb der Stadt-, Amts- und Kreisgrenzen Bürens bewähren. Sie blieb den Beweis für ihre wiedererlangte Schlagkraft und unverminderter Einsatzfreudigkeit nicht schuldig.

Am 1. April 1953 stellte Hauptbrandmeister und Wehrführer Adams sein Amt aus Gesundheitsgründen zur Verfügung. In einer Generalversammlung würdigte man eingehend die Verdienste des scheidenden Wehrführers, der nun 40 Jahre der Wehr angehörte und sie fast 20 Jahre lang vorbildlich geführt hatte. Herr Adams wurde zum Ehrenbrandmeister ernannt. Zum Nachfolger von Wilhelm Adams wurde Brandmeister Heinrich Gödde Pauljürgen und zum Stellvertreter Karl Schwarze gewählt.

In dieser Zeit bestand die technische Ausrüstung der Wehr aus 2 vollmotorisierten Einsatzfahrzeugen, LF 15, Baujahr 1942, LF 8/8, Baujahr 1943, einer TS 8/8 Magirus und 1 TS 8/8 Rosenbauer Lins und einer fahrbaren Leiter – 14 m Steighöhe -. Da das Gerätehaus den erforderlichen Ansprüchen nicht mehr genügte, wurde nach langen Diskussionen und Planungen ein neues Feuerwehrgerätehaus auf dem „Alten Friedhof“ gebaut. Das erste Gerätehaus befand sich an der Südost-Ecke des Kirchplatzes. Im Jahre 1938 baute man das freigewordene Goldschmidtsche Haus an der Bergstraße zum neuen Feuerwehrgerätehaus um, aber die zu engen Einfahrten ließen das Gebäude schon bald als ungeeignet erscheinen.

Am 21. August 1955 konnte das jetzige Feuerwehrgerätehaus, nach modernsten Gesichtspunkten errichtet, seiner Bestimmung übergeben werden. Mit der Einweihung wurde das Kreisfeuerwehrfest verbunden. In der Festversammlung mit anschließendem Ball wurden 8 verdienstvolle Angehörige der Bürener Wehr mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhielten auch 17 Wehrmänner anläßlich des 60 jährigen Bestehens im Mai 1957. Die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren sind mit den Jahren gewachsen. Durch das im März 1958 in Kraft getretene „Feuer-und Hilfeleistungsgesetz“, obliegen der Wehr folgende Aufgaben:

a) Rettungs- und Bergungsarbeiten: Bergung von Menschen, Tieren und Sachwerten, Befreiung aus Notlagen, Freilegung von Verschütteten, Freischneiden von Eingeklemmten, Bergung von Ertrunkenen, Such- und Rettungsdienst bei Luftfahrt- und Verkehrsunfällen.

b) Schutz- und Sicherungsarbeiten: Löscharbeiten, Stellung von Brandwachen, Brandschutz im Luftschutz, Auspumpen von Kellern, Hilfeleistung bei Hochwasser, Abstützungen, Aufräumungsarbeiten, Trinkwasserversorgung usw.

Im Oktober 1960 wurde im Feuerwehrgerätehaus die Kreisschlauchpflegerei eingerichtet, die heute die gesamten Wehren des Kreisgebietes, ausgenommen Amt Salzkotten-Boke, mit Schlauchmaterial betreut. Mit der Einweihung einer Ehrentafel, die im Versammlungsraum des Feuerwehrgerätehauses befestigt ist, gedachte man im Jahre 1962 der gefallenen und vermißten Kameraden beider Weltkriege. Das etwas müde gewordene Vereinsleben der Wehr wurde 1963 durch die Aufnahme von 16 jungen Wehrmännern wieder aufgefrischt. Kamerad Johannes Pauly übernahm die Leitung der nun regelmäßig stattfindenden übungen. In dieser Zeit wurde die Feuerwehr-Luftschutzbereitschaft gebildet und aufgestellt.

In der Generalversammlung am 25. 4. 1964 wurde der bisherige stellvertretende Wehrführer Karl Schwarze zum Wehrführer der Bürener Wehr gewählt, sein Stellvertreter wurde Bernhard Hesse. Der bisherige Wehrführer Heinrich Goedde-PauIjürgen, der elf Jahre die Wehr leitete, wurde zum Ehrenwehrführer ernannt. Nach wochenlangen Regenfällen ergossen sich am 16. Juli 1965 wolkenbruchartige Wassermengen über den Kreis Büren. Die Flüsse traten über die Ufer, das Wasser stieg. Die Wehr wurde zum Katastropheneinsatz alarmiert. Zunächst galt es, unter schweren Bedingungen Menschen und Tiere vor und aus den reißenden Fluten zu befreien. Dann war man etliche Stunden, Tag und Nacht, mit Aufräumungsarbeiten und Auspumpen von Kellern beschäftigt. Der Einsatz in Husen, Büren, Etteln, Boke und Salzkotten wird unvergessen bleiben. Für diese Hilfen wurde von Seiten der Bevölkerung und auch der Behörden Dank und Anerkennung aus gesprochen.

Mit einer Großübung wurde am 4. 6. 1966 in Büren die 38. LS-Feuerwehrbereitschaft offiziell vorgestellt und eingeführt. Die Bereitschaft der Feuerwehr soll nicht nur im Verteidigungsfall eingesetzt werden, sondern in den einzelnen Kreisen bei Katastrophen wirksame Hilfe leisten.

Der Wasserversorgungszug der Bereitschaft ist in Büren mit einer TLF 16, LF 16 TS und einem SKW stationiert. Die Mannschaft des W-Zuges besteht aus Mitgliedern der Bürener Wehr, die sich sowohl für den Katastrophenschutz als auch für den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Büren bereit halten. Die Kleiderkammer und die Schlauchreserven der 38. LS-Bereitschaft befinden sich im Gerätehaus Büren. Die Industrialisierung unseres Landes, die immer engere Belegung und die Ausdehnung der Städte und Gemeinden, Gebietsentwicklungspläne, der ständig zunehmende Verkehr auf den Straßen, die neuen Energiequellen, die gesamte technische Entwicklung, dies alles verlangte nach einer Modernisierung, auch in der Feuerwehr. Der junge, dynamische Vorstand der Wehr richtete im Sept. 1966 umfangreiche und bedeutende Anträge zur Verbesserung der Ausrüstung an die Stadtvertretung und Verwaltung. Die Stadt Büren sicherte der Wehr im Rahmen des Möglichen jegliche Hilfe und Unterstützung zu. Wehrführer Karl Schwarze trat am 14. 3. 1967 von seinem Posten zurück. Nachdem vorübergehend dem stellvertretenden Wehrführer Bernhard Hesse die Leitung der Wehr übertragen war, wurde am 22. Oktober 1967 Brandmeister Rudolf Spenner, der ein Jahr später die Hautbrandmeisterprüfung in Münster ablegte, zum Wehrführer gewählt.

Die Entwicklung in der Bürener Wehr ging jetzt stetig vorwärts. Mit allem Ernst wurden Fortbildungskurse, Lehrgänge und Schulungen besucht und durchgeführt. Zu erwähnen sind hier besonders die Kurse für Schweren Atemschutz, für Maschinisten, Funksprechverkehr, Erste Hilfe beim DRK. Am 11. August 1968 konnte ein neues Tanklöschfahrzeug Magirus TLF 16/Allrad mit Vorbauseilwinde im Werte von 80.000,- DM eingeweiht und seitens der Stadt Buren übergeben werden. Nach der Einweihung fand eine Übung auf dem Feuerwehrplatz statt. Die Bevölkerung war sichtlich beeindruckt von der Schnelligkeit und dem Einsatz der heutigen modernen Geräte und Stoffe; Schwerer Atemschutz, Schaumstoff, ölbindemittel usw.

Am 29. 12. 1970 rollte bei Glatteis ein mit 18000 l Heizöl beladener Tankzug rückwärts den steilen Hühnerberg hinunter und wurde beschädigt. Das Öl drohte voll auszulaufen. Die Verseuchung der Alme und des Trinkwassers lag nahe. In verzweifeltem Einsatz versuchte man, das auslaufende öl mit chemischen Stoffen zu binden bzw. vorher abzufangen. Die Kameraden der Salzkottener Wehr eilten zu Hilfe. Man begann mit der Umfüllung des Tanks. Durch den raschen und tatkräftigen Einsatz der Feuerwehr konnte eine Katastrophe verhindert werden. Die dann mehrmals auftretenden Ölunfälle auf den Straßen sowie durchgerostete Heizöltanks stellten die Feuerwehr vor immer neue Aufgaben.

Die Freiwillige Feuerwehr Büren war stets bemüht, bei ihren zahlreichen freiwilligen Einsätzen wirksame Hilfe zu leisten. Es würde zu weit führen, die einzelnen Einsätze anzuführen. Außerdem muß erwähnt werden, daß von vielen Bränden und Einsätzen, zu denen die Feuerwehr gerufen wurde, die öffentlichkeit oft gar nichts erfuhr, weil diese „kleineren Notstände“ in Einzeleinsätzen ohne Alarm bekämpft wurden. Viele Stunden ihrer Freizeit opferten die Wehrleute für übungen, um schlagkräftig im Einsatz zu sein. So fanden unter anderen jährlich große Herbst- und Abschlußübungen statt, bei der die Einsatzbereitschaft, Schnelligkeit und Schlagkraft an abgelegenen Gehöften, an Fabriken und anderen markanten Gebäuden öffentlich demonstriert wurden. In froher Geselligkeit und echter Kameradschaft veranstaltet man Versammlungen, Feste, Feiern, Ausflüge und Essen. Das Sommerfest im Mertenstal mit Kind und Kegel dürfte allen noch in bester Erinnerung sein.

Am 16. 10. 1971 wurde Johannes Pauly zum Stellvertretenden Wehrführer gewählt und zum Oberbrandmeister befördert. Aus den Protokollen der letzten Jahre sind die vielseitigen Aufgaben ersichtlich. Die Wehr ist im wahrsten Sinne des Wortes „Mädchen für alles“ geworden: Sei es bei Großbränden, Müllkippen- oder Waldbränden, bei Verkehrsunfällen, bei ölunfällen, bei Hochwasser, bei Schnee und Eis, bei Absperrdiensten, Sicherungswachen usw.

Die Freiwillige Feuerwehr Büren besteht z. Zt. aus 62 aktiven Feuerwehrmännern und 20 Mitgliedern der Altersabteilung. Die Stadt Büren ist und war immer bemüht, die Wehr modern und einsatzfähig zu erhalten. Neben den Funkausrüstungen wurde der Wehr u. a. ein neuer VW-Bully als Kommando- und Mannschaftswagen übergeben. Die Bürener Wehr ist stolz auf die neue fahrbare Drehleiter mit einer Steighöhe von 30 Metern, die der Wehr zum 75 jährigen Bestehen seitens der Stadt offiziell überreicht wird. Ein besonderer Dank gilt der Stadtvertretung und der Stadtverwaltung Büren.

Allen Feuerwehrmännern sei für ihre Treue und stete Einsatzbereitschaft gedankt. Der Wunsch der Freiwilligen Feuerwehr Büren ist und bleibt, daß sich jederzeit idealgesinnte Bürger finden, die freiwillig den Ehrendienst im Dienste des Nächsten ausführen werden, getreu dem Wahlspruch: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“

Soweit die Chronik von 1897 bis 1972 aus der Feder von Karl-Heinz Lücke

Warntag am 6. September 2018

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